ERRICHTUNG EINES ZWEITEN BHKW AM STANDORT DER KLÄRANLAGE HAMBERGEN

ENERGETISCHE OPTIMIERUNG DER KLÄRGASVERWERTUNG

Der Wasser- und Abwasserverband Osterholz errichtet im Jahr 2026 auf der Kläranlage Hambergen ein zweites BHKW zur energetischen Nutzung von Klärgas. Ziel des Projektes ist es, die bei der Abwasserreinigung entstehenden Energieressourcen vollständig zu nutzen, fossile Energieträger zu ersetzen und die CO₂-Emissionen der Anlage deutlich zu reduzieren.

Ausgangssituation

Auf der Kläranlage Hambergen wird seit 2021 Klärschlamm aus den Kläranlagen Hambergen, Grasberg und Worpswede gemeinsam vergoren. Dabei entsteht Klärgas, das bislang über ein vorhandenes Blockheizkraftwerk energetisch genutzt wird.

Durch steigende Schlammmengen und optimierte Faulprozesse hat sich die Klärgasproduktion deutlich erhöht. Das bestehende Blockheizkraftwerk kann diese erhöhten Gasmengen nicht mehr vollständig verwerten, insbesondere während Wartungs- und Instandhaltungszeiten. Überschüssiges Klärgas musste daher bislang teilweise abgefackelt werden.

Mit der Errichtung eines zweiten, hocheffizienten Blockheizkraftwerkes wird künftig eine vollständige energetische Nutzung des anfallenden Klärgases angestrebt.

Technische Umsetzung

Das neue Blockheizkraftwerk wird als hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungsanlage mit einer elektrischen Leistung von 75 kW ausgeführt. Es erzeugt gleichzeitig Strom und Wärme aus Klärgas und wird in das bestehende Energiesystem der Kläranlage integriert.

Die erzeugte Wärme wird unter anderem zur Beheizung des Betriebsgebäudes genutzt.

Das bestehende Blockheizkraftwerk bleibt als Redundanzsystem erhalten und stellt die Betriebssicherheit der Energieversorgung sicher.

Beitrag zum Klimaschutz und zur Energieeffizienz

Durch die Maßnahme wird die Energieversorgung der Kläranlage wesentlich nachhaltiger gestaltet. Die wichtigsten Effekte sind:

· vollständige Nutzung des anfallenden Klärgases

· Reduzierung des Strombezugs aus dem öffentlichen Netz

· Reduzierung des Bezugs von fossilem Erdgas

· deutliche Verringerung der Abfackelung von Klärgas

· Senkung der CO₂-Emissionen um rund 71 Tonnen pro Jahr, was einer Reduktion um etwa 75 % entspricht.

Das Projekt stellt damit einen weiteren wichtigen Schritt in Richtung einer energieeffizienten und klimafreundlichen Abwasserbehandlung dar.

Bedeutung des Projektes

Mit der Umsetzung wird gezeigt, dass auch eine relativ kleine Kläranlage durch innovative Technik weitgehend energieautark und nahezu ohne fossile Energieträger betrieben werden kann. Das Projekt besitzt Modellcharakter für andere Kommunen und Verbände und trägt zur nachhaltigen Entwicklung der öffentlichen Daseinsvorsorge bei.

Die Investitionskosten für das Gesamtprojekt betragen rund 385.600 Euro.

Förderung

Das Vorhaben wird durch Mittel des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung sowie des Landes Niedersachsen in Höhe von rund 269.920 Euro gefördert.

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